QR-Rechnung in drei Schritten
Die QR-Rechnung hat in der Schweiz am 1. Oktober 2022 die roten und orangen Einzahlungsscheine endgültig abgelöst. Ihr Herzstück ist der Zahlteil: ein 105 mm hoher Streifen am unteren Rand einer A4-Seite, links der Empfangsschein (62 mm breit), rechts der Zahlteil (148 mm) mit dem Swiss QR Code. Der Code enthält alle Zahlungsangaben, die Banking-App liest ihn mit der Kamera.
- Empfänger eintragen. IBAN oder QR-IBAN und Ihre Adresse, aufgeteilt in Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort und Land.
- Zahlung festlegen. Währung, Betrag (oder leer lassen), Referenzart und eine kurze Mitteilung. Den Zahlungspflichtigen können Sie eintragen oder offen lassen.
- PDF laden. Sie erhalten eine A4-Seite mit dem Zahlteil unten. Alternativ hängen Sie ihn an Ihr eigenes Rechnungs-PDF an oder laden nur den QR-Code als SVG oder PNG für Ihr Rechnungsprogramm.
Fehler zeigt das Werkzeug direkt am Feld, etwa eine falsche IBAN-Prüfziffer oder eine Mitteilung über 140 Zeichen. Erst wenn alles stimmt, erscheint die Vorschau.
Welche IBAN: QR-IBAN oder normale IBAN
Eine QR-IBAN sieht aus wie eine normale Schweizer IBAN. Der Unterschied steckt in den Stellen 5 bis 9, der Institutsidentifikation (IID): Liegt sie zwischen 30000 und 31999, handelt es sich um eine QR-IBAN. Das Werkzeug erkennt das selbst und schlägt die passende Referenzart vor.
| Konto | Erlaubte Referenz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| QR-IBAN (IID 30000–31999) | nur QR-Referenz (QRR) | Firmen mit Buchhaltungssoftware, die Zahlungen automatisch zuordnet |
| normale IBAN | RF-Referenz (SCOR) oder ohne Referenz | Vereine, Selbstständige, Rechnungen aus dem Ausland |
Beide Konten müssen in der Schweiz oder in Liechtenstein geführt werden (IBAN beginnt mit CH oder LI, 21 Stellen). Eine deutsche IBAN ist im Zahlteil nicht zulässig.
Referenzarten QRR, SCOR und ohne Referenz
Die QR-Referenz hat 27 Ziffern. Die letzte ist eine Prüfziffer nach dem Verfahren Modulo 10 rekursiv. Sie geben die ersten 26 Ziffern (oder weniger, dann wird links mit Nullen aufgefüllt) ein, das Werkzeug ergänzt die Prüfziffer. Beispiel aus den SIX-Richtlinien: Aus der Basis 21000000000313947143000901 wird mit der Prüfziffer 7 die Referenz 21 00000 00003 13947 14300 09017.
Die RF-Referenz (Creditor Reference nach ISO 11649) beginnt mit „RF“ und zwei Prüfziffern, danach folgen bis zu 21 Ziffern oder Buchstaben. Gerechnet wird wie bei der IBAN mit Modulo 97. Aus Ihrer Rechnungsnummer 539007547034 entsteht RF18 5390 0754 7034. Diese Referenz gibt es auch im SEPA-Raum, deshalb taugt sie für Kunden in Deutschland.
Ohne Referenz steht nur die Mitteilung im Zahlteil, zum Beispiel „Rechnung 2026-117“. Das reicht für kleine Mengen, bei denen Sie die Eingänge von Hand zuordnen.
Pflichtangaben seit Version 2.3
Die Version 2.3 der Implementation Guidelines gilt seit dem 21.11.2025. Ab dem 22.11.2025 dürfen Rechnungssteller nur noch strukturierte Adressen (Adresstyp S) in den QR-Code schreiben. Die frühere Form mit zwei freien Adresszeilen (Typ K) ist für neue Rechnungen entfallen. Bereits verschickte Zahlteile mit Typ K werden in einer Übergangsfrist noch verarbeitet. PostFinance garantiert das bis zum 13.11.2026. SIX spricht nur von einer „kurzen Übergangszeit“ und legt kein Datum für alle Banken fest. Wer Dauerrechnungen wie Mieten oder Leasingraten mit alten Zahlteilen verschickt hat, sollte sie vorher neu ausstellen. Das Werkzeug erzeugt nur Typ S und verlangt deshalb getrennte Felder.
Der Inhalt des QR-Codes folgt einer festen Reihenfolge: Kennung SPC, Version 0200, Codierung 1 (UTF-8), IBAN, sieben Zeilen Empfänger, sieben leere Zeilen für den künftigen Endbegünstigten, Betrag, Währung, sieben Zeilen Zahlungspflichtiger, Referenztyp, Referenz, Mitteilung und am Ende EPD. Ohne Zusatzangaben sind das 31 Zeilen. Unter der Vorschau können Sie diese Zeilen aufklappen und prüfen.
Weitere Grenzen aus dem Standard: Name höchstens 70 Zeichen, Ort 35, PLZ und Hausnummer je 16, Mitteilung 140. Der Betrag liegt zwischen 0.01 und 999 999 999.99. Der QR-Code wird mit Fehlerkorrektur M erzeugt, misst 46 × 46 mm und trägt in der Mitte das Schweizerkreuz von 7 × 7 mm.
Aus Deutschland an Schweizer Kunden fakturieren
Ein Unternehmen aus Deutschland kann eine QR-Rechnung nur ausstellen, wenn es ein Konto mit CH- oder LI-IBAN hat. Viele deutsche Firmen mit Schweizer Kundschaft führen dafür ein Konto bei einer Schweizer Bank, oft in Euro. In diesem Fall wählen Sie EUR als Währung und tragen Ihre deutsche Adresse mit Land DE ein. Ohne Schweizer Konto bleibt die normale Überweisung mit IBAN und BIC; für Kunden im SEPA-Raum eignet sich dann der Girocode.
Unterschied zum Girocode
Beide Codes übertragen Zahlungsdaten an eine Banking-App, folgen aber verschiedenen Standards. Der Girocode (EPC-QR-Code) gilt im SEPA-Raum, kennt nur Euro und kommt ohne Adressen aus. Die QR-Rechnung ist auf die Schweiz und Liechtenstein beschränkt, verlangt die Adresse des Empfängers und hat einen genormten Zahlteil mit Empfangsschein. Ob eine deutsche Banking-App den Swiss QR Code liest, hängt von der App ab. Prüfen Sie Ihre IBAN vorab mit dem IBAN-Prüfer, und wenn Sie noch keine Rechnung haben, hilft der Rechnungsgenerator.
Typische Fehler und Grenzen
- QR-Referenz mit normaler IBAN: Das lehnen Banken ab. Umgekehrt verlangt eine QR-IBAN immer die QR-Referenz.
- Skaliert gedruckt: Drucken Sie das PDF in Originalgrösse (100 %). „An Seite anpassen“ verkleinert den Zahlteil und den QR-Code.
- Sonderzeichen: Erlaubt sind lateinische Zeichen einschliesslich Umlauten, ß, Akzenten und €. Emojis und griechische oder kyrillische Buchstaben weist das Werkzeug zurück. Der gedruckte Zahlteil nutzt die Schrift Liberation Sans (in den Richtlinien neben Arial, Frutiger und Helvetica zugelassen). Sie ist im PDF eingebettet und zeigt auch Zeichen wie Ș, Ł oder ő so, wie sie im QR-Code stehen.
- Nicht enthalten: Rechnungsinformationen nach Swico (StrdBkgInf) und alternative Verfahren (AltPmtInf) fügt das Werkzeug noch nicht ein.
Das Werkzeug prüft die Regeln des Standards, ersetzt aber keine Freigabe durch Ihre Bank. Bevor Sie viele Rechnungen verschicken, scannen Sie einen Zahlteil zur Probe mit Ihrer Banking-App oder prüfen ihn im Validierungsportal von SIX (validation.iso-payments.ch, Registrierung nötig).