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Haustechnik-Rechner

Wie viel Brennholz brauche ich pro Winter?

Ein Kaminofen, der als Zusatzheizung an vier Abenden pro Woche läuft, braucht etwa 2 Raummeter Buche im Winter. Ein Einfamilienhaus, das bisher 1.500 Liter Heizöl im Jahr verbraucht hat, braucht als Ersatz je nach Holzart 8 bis 13 Raummeter, bei anderem Wärmebedarf oder Wirkungsgrad entsprechend mehr oder weniger.

Zum Werkzeug: Brennholz-UmrechnerFestmeter, Raummeter (Ster) und Schüttraummeter umrechnen, Brennholzpreise vergleichen, Heizwert in kWh.

Die Holzmenge für einen Winter hängt an drei Zahlen: wie viel Wärme Sie brauchen, wie viel Energie in einem Raummeter Ihrer Holzart steckt und wie gut Ihr Ofen sie nutzt. Die Rechnung lautet: Wärmebedarf in kWh ÷ Wirkungsgrad ÷ kWh je Raummeter = Raummeter pro Winter.

Viele kaufen jetzt im Herbst nach Gefühl und stehen im Februar vor einem leeren Unterstand, oder sie lagern drei Jahre Vorrat, der langsam an Heizwert verliert. Mit den Werten unten rechnen Sie Ihre Menge in fünf Minuten selbst aus.

Wie viel Energie in einem Raummeter steckt

Ein Raummeter, auch Ster genannt, ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz mit Luft dazwischen. Wie viel Wärme darin steckt, hängt vor allem von der Holzart ab, denn Laubholz ist dichter als Nadelholz. Je Kilogramm liefern alle Arten fast dasselbe. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) nennt diese Heizwerte je Raummeter:

HolzartkWh je Raummeter (20 % Wasser)bei 15 % Wasser
Eiche1.9291.951
Buche1.8851.907
Birke1.7771.798
Kiefer1.5161.533
Fichte1.3331.348

Die LWF rechnet dabei mit 0,7 Festmetern Holz je Raummeter. Das passt zu ungespaltenen Meterstücken und zu geschichteten 33-cm-Scheiten. Kaufen Sie in Schüttraummetern oder gespaltenen Meterscheiten, rechnen Sie die Menge zuerst um. Das übernimmt der Brennholz-Umrechner, der auch zwei Angebote auf dieselbe Einheit bringt. Er startet mit den Faktoren der ÖNORM M 7132; damit die Ergebnisse zu diesem Ratgeber passen, wählen Sie dort den Faktorsatz „LWF Bayern, Merkblatt 20“.

Wie viel Wärme Ihr Ofen tatsächlich abgibt

Nicht die ganze Energie im Holz kommt im Raum an. Ein Teil geht mit dem Abgas durch den Schornstein. Wie viel ein Ofen mindestens nutzen muss, schreibt die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung in Anlage 4 für die Typprüfung vor:

FeuerstätteMindestwirkungsgrad
Kaminofen (Raumheizer mit Flachfeuerung)73 %
Raumheizer mit Füllfeuerung (Dauerbrand)70 %
Kamineinsatz, geschlossen betrieben75 %
Speicherofen75 %
Kachelofeneinsatz80 %
Heizungsherd75 %

Viele neue Öfen liegen über diesen Werten, das Datenblatt nennt den genauen Wert. Ein offener Kamin taucht in der Tabelle nicht auf, er nutzt nur einen kleinen Teil der Energie und braucht entsprechend viel mehr Holz. Rechnen Sie im Zweifel mit dem Mindestwert, dann bleibt am Ende eher etwas übrig.

Beispiel 1: Kaminofen als Zusatzheizung

Ein Kaminofen im Wohnzimmer läuft von Oktober bis April an vier Abenden pro Woche je vier Stunden und gibt dabei im Schnitt 5 kW Wärme ab. Geheizt wird mit Buche, Wassergehalt 20 Prozent.

  • Wärme je Abend: 5 kW × 4 h = 20 kWh
  • Holzenergie je Abend bei 73 % Wirkungsgrad: 20 ÷ 0,73 = 27,4 kWh, das sind bei 3,86 kWh/kg rund 7 kg Buche
  • Abende pro Winter: 30 Wochen × 4 = 120
  • Holzenergie pro Winter: 120 × 27,4 = 3.288 kWh
  • Raummeter Buche: 3.288 ÷ 1.885 = 1,7 Raummeter

Mit Fichte wären es 3.288 ÷ 1.333 = 2,5 Raummeter. Wer zwei Raummeter Buche kauft, hat also eine kleine Reserve für kalte Wochenenden. Ein Kaminofen ist dabei selten eine Sparmaschine: Er ersetzt nur die Wärme, die sonst die Zentralheizung im Wohnzimmer geliefert hätte.

Beispiel 2: Holz als Hauptheizung

Ein Haus hat bisher 1.500 Liter Heizöl im Jahr verbraucht. Ein Liter Heizöl enthält rund 10 kWh, zusammen also 15.000 kWh. Nimmt man für den alten Ölkessel einen Nutzungsgrad von 90 Prozent an (den genauen Wert kennt Ihr Heizungsbauer), kamen davon 13.500 kWh als Wärme im Haus an. Diese Wärme soll künftig eine Holzheizung liefern, für die wir 80 Prozent Wirkungsgrad annehmen. Für ein ganzes Haus ist das in der Regel ein Scheitholzkessel oder ein wassergeführter Ofen, der an die Zentralheizung angeschlossen ist; ein einzelner Ofen im Wohnzimmer verteilt die Wärme nicht im ganzen Haus. Den genauen Wirkungsgrad Ihres Geräts nennt das Datenblatt.

Benötigte Holzenergie: 13.500 ÷ 0,80 = 16.875 kWh. Je nach Holzart sind das:

HolzartRaummeter pro Winter
Eiche8,8
Buche9,0
Birke9,5
Kiefer11,1
Fichte12,7

Kaufen Sie in Schüttraummetern, sind 9 Raummeter Buche nach LWF-Faktoren (1 Festmeter = 1,4 Raummeter = 2,1 Schüttraummeter) 9 ÷ 1,4 × 2,1 = 13,5 Schüttraummeter. Den bisherigen Ölverbrauch ermitteln Sie aus den Peilungen, wie im Ratgeber Heizölverbrauch berechnen beschrieben. Wer bisher mit Gas geheizt hat, findet die kWh auf der Jahresrechnung. Diese Werte beziehen sich auf den Brennwert, die Holz- und Ölwerte dieses Ratgebers auf den Heizwert. Teilen Sie die Gas-kWh deshalb durch 1,11 (Faktor nach § 9 Abs. 2 HeizkostenV), sonst rechnen Sie rund 10 Prozent zu viel Holz.

Was der Winter mit Holz kostet

Aus der Menge ergibt sich der Preis. Brennholzpreise schwanken stark nach Region, Holzart, Trocknung und Lieferweg, deshalb hier ein Rechenweg mit einem Beispielpreis statt eines Marktpreises. Angenommen, ein Raummeter trockene Buche kostet 120 Euro einschließlich Lieferung. Auf Brennholz fallen nach Anlage 2 Nr. 48 des Umsatzsteuergesetzes 7 Prozent Mehrwertsteuer an, nicht 19 Prozent; prüfen Sie, ob der Händler den richtigen Satz ausweist.

  • Kaminofen aus Beispiel 1: 2 Raummeter × 120 € = 240 € pro Winter.
  • Hauptheizung aus Beispiel 2: 9 Raummeter × 120 € = 1.080 € pro Winter.

Für den Vergleich mit anderen Energieträgern teilen Sie den Preis durch die Energie: 120 € ÷ 1.885 kWh = 6,4 Cent je kWh im Holz. Bei 80 Prozent Wirkungsgrad kostet die Wärme im Raum 6,4 ÷ 0,80 = 8,0 Cent je kWh. Diesen Wert stellen Sie dem Preis je kWh aus Ihrer Gas- oder Ölrechnung gegenüber, ebenfalls geteilt durch den Wirkungsgrad des jeweiligen Kessels. Beim Gas rechnen Sie den Preis je Brennwert-kWh vorher auf den Heizwert um, also mal 1,11. Nicht eingerechnet sind Ihre Arbeit beim Stapeln und Nachlegen, der Schornsteinfeger und der Platz, den das Holz belegt.

Warum trockenes Holz so viel ausmacht

Je Raummeter sinkt der Heizwert mit steigendem Wassergehalt nur wenig: Buche hat nach LWF bei 15 Prozent Wasser 1.907 kWh, bei 30 Prozent 1.841 kWh und bei 50 Prozent 1.687 kWh. Die Zahlen täuschen aber. Feuchtes Holz verbrennt kälter und unvollständiger, der Ofen erreicht seinen Wirkungsgrad nicht, und es entstehen mehr Rauch und Ablagerungen im Schornstein. Je Kilogramm hat lufttrockenes Holz rund 4 kWh, frisch geschlagenes nur etwa 2 kWh.

Dazu kommt das Recht: Nach § 3 Abs. 3 der 1. BImSchV darf Scheitholz nur mit einem Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trockengewicht verbrannt werden. Das entspricht einem Wassergehalt von 20 Prozent. Ein Feuchtemessgerät zeigt den Wert an einer frisch gespaltenen Fläche, nicht an der Außenseite des Scheits.

Lagern und rechtzeitig kaufen

Die LWF gibt für die Trocknung klare Hinweise. Gespaltene Buche und Fichte erreichen bei richtiger Lagerung innerhalb eines Jahres weniger als 20 Prozent Wassergehalt. Ungespaltenes Holz braucht bis zu zwei Jahre. Ein sonniger, windiger Platz auf Paletten oder Rundhölzern beschleunigt die Trocknung, ein Keller oder eine komplette Plane verhindern sie.

Daraus folgt eine einfache Regel für den Kauf: Ofenfertiges, trockenes Holz für den laufenden Winter. Frisches Holz, das Sie gleich spalten und gut lagern, ist nach etwa einem Jahr so weit; ungespaltenes Holz planen Sie für den übernächsten Winter ein. Wer im Oktober frisches Holz kauft und sofort verbrennt, verschenkt Wärme und verstößt gegen die 1. BImSchV.

Planen Sie den Platz mit ein. 9 Raummeter brauchen 9 m³ Stapel, bei 1 m Tiefe und 1,5 m Höhe also 6 m Länge. Unter einem Vordach an der Hauswand empfiehlt die LWF mindestens 10 cm Abstand zur Wand, damit Luft zirkuliert. Den Tagesbedarf holen Sie am besten in einen beheizten Raum, dort wird das Holz vor dem Verbrennen noch etwas trockener.

Zu viel auf Vorrat lohnt sich ebenfalls nicht. Auch gut gelagertes Holz verliert über die Jahre durch natürlichen Abbau, etwa Insektenfraß, allmählich an Heizwert. Zwei Winter Vorrat sind ein vernünftiges Maß.

Typische Fehler bei der Mengenplanung

  • Raummeter und Schüttraummeter gleichgesetzt: Ein Schüttraummeter enthält nur etwa zwei Drittel des Holzes eines Raummeters.
  • Nennleistung statt Durchschnitt: Ein 8-kW-Ofen läuft selten stundenlang auf voller Leistung. Rechnen Sie mit der Wärme, die Sie tatsächlich brauchen.
  • Wirkungsgrad vergessen: Ohne ihn fällt die Menge um ein Viertel zu klein aus.
  • Nadel- und Laubholz verwechselt: Ein Raummeter Fichte ersetzt nur gut zwei Drittel eines Raummeters Buche.
  • Feuchtes Holz eingeplant: Es zählt für diesen Winter nicht mit.

Wer verschiedene Heizungen vergleicht, rechnet alles in kWh. Wie viel Energie im Gas auf der Jahresrechnung steckt, zeigt der Gas-Rechner.

Jetzt ausprobieren: Brennholz-UmrechnerKostenlos, ohne Anmeldung.

Häufige Fragen

Wie viel Holz verbrennt ein Kaminofen pro Stunde?

Ein Kaminofen, der 5 kW Wärme abgibt, braucht bei 73 Prozent Wirkungsgrad rund 6,8 kWh Holz je Stunde. Bei Buche mit 20 Prozent Wassergehalt (3,86 kWh/kg nach LWF) sind das etwa 1,8 kg pro Stunde.

Reicht Holz, das ich jetzt im Oktober kaufe, noch für diesen Winter?

Nur, wenn es bereits trocken ist. Kaufen Sie für diesen Winter ofenfertiges Holz mit unter 20 Prozent Wassergehalt und prüfen Sie es mit einem Feuchtemessgerät an einer frisch gespaltenen Fläche. Frisches Holz braucht gespalten und gut gelagert etwa ein Jahr, ungespalten bis zu zwei Jahre.

Ist Fichte schlechter als Buche?

Je Kilogramm nicht, je Raummeter schon. Ein Raummeter Fichte hat nach LWF 1.333 kWh, ein Raummeter Buche 1.885 kWh. Für dieselbe Wärme brauchen Sie von Fichte also rund 40 Prozent mehr Raummeter und mehr Lagerplatz.

Wie viel Platz brauchen 8 Raummeter Brennholz?

Ein Raummeter ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz. 8 Raummeter brauchen also 8 m³ Stapel, zum Beispiel 1 m tief, 1,5 m hoch und gut 5,3 m lang, dazu 10 cm Abstand zur Hauswand.

Welche Mehrwertsteuer gilt für Brennholz?

Brennholz in Form von Scheiten, Rundlingen oder Reisig steht in Anlage 2 Nr. 48 des Umsatzsteuergesetzes und wird mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent besteuert.

Quellen

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