Holzmaße umrechnen
Brennholz wird in drei Maßen gehandelt, und jedes enthält unterschiedlich viel Holz:
- Festmeter (fm): ein Kubikmeter reine Holzmasse ohne Luft. So misst der Förster stehende und liegende Stämme.
- Raummeter (rm), auch Ster: ein Kubikmeter ordentlich geschichtetes Holz mit Zwischenräumen.
- Schüttraummeter (srm): ein Kubikmeter lose geschüttete, ofenfertige Scheite, etwa vom Kipper.
Je mehr Luft im Stapel ist, desto weniger Holz bekommen Sie für einen Kubikmeter. Die Umrechnung läuft immer über den Festmeter. Die österreichische ÖNORM M 7132, zitiert im klimaaktiv-Manual Energieholzkenndaten, nennt für einen Festmeter 1,4286 Raummeter Scheitholz von 1 m Länge (gespaltene Meterscheite), 1,1765 Raummeter geschichtetes Stückholz (kurze Scheite) und 2,0 Schüttraummeter. Der Rechner nimmt die gerundeten Werte 1,4, 1,2 und 2,0. Für ungespaltenes Meterholz (Rundlinge) nennt die ÖNORM keinen Wert; dort steht im Rechner der LWF-Wert 1,4.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) nennt in ihrem Merkblatt 20 etwas andere Anhaltswerte: 1 fm = 1,4 rm ungespalten (1 m) = 1,6 rm gespalten (1 m) = 1,4 rm (33 cm geschichtet) = 2,1 srm (33 cm geschüttet). Beide Faktorensätze sind im Rechner wählbar. Die Unterschiede zeigen, dass Holzmaße Erfahrungswerte sind: Wie dicht ein Stapel wird, hängt von der Holzart, der Spaltgröße und der Sorgfalt beim Schichten ab.
Ein Beispiel: Sie bekommen 3 Schüttraummeter. Das sind 3 ÷ 2,0 = 1,5 Festmeter, und 1,5 × 1,4 = 2,1 Raummeter 1-m-Scheite. Für 25 cm lange Scheite gibt keine der Quellen eigene Faktoren an; nehmen Sie die Werte für 33 cm.
Angebote vergleichen
Händler bieten Brennholz mal je Raummeter, mal je Schüttraummeter an. Ein Preisvergleich ohne Umrechnung führt in die Irre. Ein Fall mit zwei Angeboten:
- Angebot A: Buche, ofenfertig geschüttet, 85 € je Schüttraummeter
- Angebot B: Buche, 1-m-Scheite geschichtet, 120 € je Raummeter
A wirkt günstiger. Rechnet man A auf einen Raummeter um, sind es 85 € × 2,0 ÷ 1,4 = 121,43 € je Raummeter. B ist also etwas günstiger, allerdings müssen Sie die Meterscheite noch sägen und spalten. Der Rechner vergleicht beide Angebote auf den Raummeter 1-m-Scheite (gespalten). Mit den LWF-Faktoren kippt das Ergebnis: Dort entspricht ein Festmeter 1,6 Raummetern gespaltener Meterscheite, A kostet dann 85 € × 2,1 ÷ 1,6 = 111,56 € je Raummeter und ist günstiger. So eng beieinander entscheidet am Ende, wie dicht der Händler schichtet.
Vergleichen Sie nur gleiche Holzart und gleiche Trocknung. Frisches Holz ist billiger, muss aber lagern, bis es trocken genug zum Verbrennen ist. Lieferkosten kommen oft dazu.
Heizwert nach Holzart und Feuchte
Ein Raummeter Laubholz enthält mehr Energie als ein Raummeter Nadelholz, weil das Holz dichter ist. Je Kilogramm sind die Werte fast gleich. Die LWF nennt je Raummeter bei 20 Prozent Wassergehalt (15 Prozent in Klammern):
| Holzart | kWh je Raummeter | entspricht Liter Heizöl |
|---|---|---|
| Eiche | 1.929 (1.951) | rund 193 |
| Buche | 1.885 (1.907) | rund 189 |
| Birke | 1.777 (1.798) | rund 178 |
| Kiefer | 1.516 (1.533) | rund 152 |
| Fichte | 1.333 (1.348) | rund 133 |
Für Esche, Ahorn, Lärche und weitere Arten hat die LWF keine eigenen Werte. Der Rechner nimmt dafür die Angaben von Landesforsten Rheinland-Pfalz (Wassergehalt unter 20 Prozent, auf 50 kWh gerundet): Esche und Hainbuche 2.100 kWh, Robinie und Esskastanie 2.150 kWh, Ahorn und Obstbäume 1.900 kWh, Lärche und Douglasie 1.800 kWh, Erle und Linde 1.500 kWh, Pappel 1.200 kWh je Raummeter. Die rheinland-pfälzischen Werte liegen bei Buche und Eiche etwas höher als die bayerischen; beide sind Anhaltswerte.
Die Tabellenwerte gelten je Raummeter mit 1/1,4 Festmeter Holz, also für jeden Raummeter mit dem Faktor 1,4: gespaltene Meterscheite nach ÖNORM, Rundlinge und 33-cm-Scheite nach LWF. Die LWF rundet das auf 0,7 Festmeter. Der Rechner rechnet Ihre Menge erst in Festmeter um und dann in diese Raummeter. Ein Raummeter Buche ergibt so genau die 1.885 kWh aus der Tabelle. Gespaltenes Meterholz nach LWF (1,6 rm je fm) enthält weniger Holz und entsprechend weniger Energie. Für den Vergleich mit Heizöl nimmt er 10 kWh je Liter, wie im LWF-Merkblatt.
Wie viel Holz für einen Winter?
Teilen Sie Ihren Wärmebedarf in kWh durch den Heizwert je Raummeter. Wer bisher 1.500 Liter Heizöl verbraucht hat, hatte rund 15.000 kWh im Öl. Mit Buche bei 20 Prozent Wassergehalt sind das 15.000 ÷ 1.885 = knapp 8 Raummeter, wenn der Ofen das Holz genauso gut nutzt wie der Kessel das Öl. Ein offener Kamin oder ein alter Ofen nutzt weniger; dann brauchen Sie entsprechend mehr. Den Wirkungsgrad Ihres Ofens finden Sie im Datenblatt.
Typische Fehler
- Feuchtes Holz verbrennen: Nach § 3 Abs. 3 der 1. BImSchV muss der Feuchtegehalt unter 25 Prozent des Trockengewichts liegen. Feuchtes Holz liefert weniger Wärme und mehr Rauch. Ein Holzfeuchte-Messgerät zeigt den Wert an der frisch gespaltenen Fläche.
- Holzfeuchte und Wassergehalt verwechseln: Holzfeuchte bezieht sich auf das trockene Holz, Wassergehalt auf das nasse. 25 Prozent Holzfeuchte entsprechen 20 Prozent Wassergehalt.
- Raummeter ungleich Raummeter: Gespaltene Meterscheite liegen lockerer als kurze Scheite. Nach ÖNORM enthält ein Raummeter 33-cm-Scheite mehr Holz als ein Raummeter Meterholz. Nach LWF gilt das nur gegenüber gespaltenem Meterholz; ungespaltene Rundlinge liegen so dicht wie 33-cm-Scheite.
Den Energieinhalt Ihres Gasverbrauchs rechnet der Gas-Rechner aus, den Ölvorrat im Tank der Heizöltank-Rechner. Für andere Einheiten gibt es den Einheiten-Umrechner.