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Wie viele Lose für eine Tombola? Planung mit Preisen und Reinertrag

Drucken Sie so viele Lose, wie Sie realistisch verkaufen, also erwartete Besucher mal Lose pro Kopf, und legen Sie Preise im Wert von mindestens einem Viertel der Loseinnahmen bereit. Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet der Reinertrag: In vielen Ländern muss mindestens ein Viertel oder ein Drittel der Einnahmen für den guten Zweck übrig bleiben.

Zum Werkzeug: Tombola-Lose druckenNummerierte Tombola-Lose mit Abriss als PDF, faire Ziehung der Gewinnnummern und Gewinnliste zum Aushängen.

Unten ist eine Tombola vom ersten Los bis zum Reinertrag durchgerechnet. Ob Sie für Ihre Tombola eine Erlaubnis brauchen und was in Ihrem Bundesland gilt, steht ausführlich auf der Seite Tombola-Lose drucken. Hier geht es um die Zahlen.

Die drei Größen, mit denen Sie planen

Jede Tombola lässt sich mit drei Zahlen beschreiben. Die Begriffe stammen aus dem Glücksspielrecht und stehen so in den Erlaubnissen der Länder.

  • Spielkapital: Anzahl der Lose mal Lospreis. So definiert es die Hamburger Allgemeine Erlaubnis vom 06.05.2025. 500 Lose zu 2 Euro ergeben 1.000 Euro Spielkapital.
  • Gewinnsumme: der Wert aller Preise, gekauft und gespendet.
  • Reinertrag: was nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Hamburg rechnet ihn aus dem Umsatz der verkauften Lose abzüglich der Kosten der Verlosung, etwa für den Druck der Lose, Aufwandsentschädigungen und gekaufte Preise.

§ 18 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erlaubt den Ländern Erleichterungen für kleine Lotterien, wenn die Summe der Entgelte 40.000 Euro nicht übersteigt, der Reinertrag gemeinnützigen, kirchlichen oder mildtätigen Zwecken dient und Reinertrag und Gewinnsumme jeweils mindestens 25 Prozent der Entgelte betragen. Mehrere Länder verlangen beim Reinertrag mehr: Niedersachsen schreibt in § 11 Abs. 2 NGlüSpG ein Drittel des Spielkapitals vor, Berlin in seiner Allgemeinen Erlaubnis vom 01.02.2024 ebenfalls ein Drittel bei höchstens 30.000 Euro Loseinnahmen.

Wie viele Lose drucken?

Die Zahl der Lose ergibt sich aus Ihrem Fest, nicht aus einer Formel im Gesetz. Schätzen Sie, wie viele Gäste kommen und wie viele Lose ein Gast im Schnitt kauft. Auf einem Weihnachtsbasar mit 400 Besuchern und durchschnittlich 1,25 Losen pro Kopf sind das 500 Lose. Die 1,25 ist eine Annahme; nehmen Sie, wenn vorhanden, die Verkaufszahl vom letzten Jahr.

Drucken Sie eher etwas weniger als zu viel. Zwei Gründe sprechen dafür. Erstens wirken ausverkaufte Lose besser als volle Kisten am Ende des Abends. Zweitens hängt der Reinertrag am Verkauf: Ihre Kosten für Preise stehen fest, die Einnahmen nicht. Bleiben viele Lose liegen, sinkt der Anteil, der für den guten Zweck übrig bleibt. Läuft der Verkauf besser als gedacht, drucken Sie mit fortlaufenden Nummern nach.

Wie viele Preise und wie viele Nieten?

Hier sind zwei Dinge zu trennen, die oft verwechselt werden. Die gesetzlichen 25 Prozent beziehen sich auf den Wert der Preise im Verhältnis zu den Loseinnahmen. Wie viele Lose gewinnen, entscheiden Sie selbst. Eine Tombola mit 500 Losen kann 50 Gewinne haben oder 250.

Für die Stimmung zählt die Gewinnchance. Bei jedem vierten Los ein Gewinn heißt: Eine Familie mit vier Losen gewinnt im Schnitt einmal. Bei jedem zehnten Los gehen viele Gäste leer aus. Wer mit vielen kleinen gespendeten Preisen arbeitet, kann die Quote hoch ansetzen, ohne die Kasse zu belasten.

Bewährt hat sich eine Pyramide: ein Hauptpreis, eine Handvoll mittlerer Preise und viele kleine. Den Hauptpreis zeigen Sie gut sichtbar am Losstand, er verkauft die Lose.

Rechenbeispiel: Weihnachtsbasar eines Fördervereins

Ein gemeinnütziger Förderverein einer Grundschule in Niedersachsen plant für den Weihnachtsbasar 500 Lose zu je 2 Euro. Die Erlaubnis gilt dort unter den Bedingungen von § 11 NGlüSpG als erteilt; Reinertrag mindestens ein Drittel des Spielkapitals, Anzeige bei Glücksspielaufsicht und Finanzamt mindestens einen Monat vorher.

Spielkapital: 500 × 2 € = 1.000 €.

Mindestwerte: Gewinnsumme mindestens 25 % = 250 €. Reinertrag mindestens ein Drittel = 333,34 €.

PreisstufeAnzahlWert je PreisWert gesamtHerkunft
Hauptpreis (Fahrradgutschein)1150 €150 €gespendet
mittlere Preise440 €160 €gespendet
kleine Preise2010 €200 €gespendet
Trostpreise1001,60 €160 €gekauft
Summe125670 €

Gewinnsumme: 670 € = 67 % des Spielkapitals, deutlich über 25 %.

Gewinnchance: 125 Gewinne bei 500 Losen, jedes vierte Los gewinnt, 375 Nieten.

Kosten: 160 € für die gekauften Trostpreise und rund 10 € für Papier und Toner (50 Seiten mit je 10 Losen). Zusammen 170 €. Die gespendeten Preise kosten den Verein nichts und zählen deshalb nicht als Kosten.

Reinertrag bei Ausverkauf: 1.000 € − 170 € = 830 € = 83 % des Spielkapitals.

Mindestverkauf: Wie viele Lose müssen verkauft werden, damit der Reinertrag das Drittel erreicht? Anzahl × 2 € − 170 € ≥ 333,34 €, also Anzahl ≥ 251,7. Ab 252 verkauften Losen ist die Drittel-Grenze erreicht, bei gut der Hälfte der Auflage. Hätte der Verein alle 670 € Preise gekauft, lägen die Kosten bei 680 €, und selbst bei Ausverkauf blieben nur 320 € übrig, weniger als ein Drittel.

Das Beispiel zeigt den wichtigsten Hebel: Gespendete Preise erhöhen die Gewinnsumme, ohne den Reinertrag zu schmälern. Fragen Sie früh bei Geschäften, Handwerksbetrieben und Eltern nach Sachspenden und notieren Sie den Wert jedes Preises gleich bei der Annahme. Für die Abrechnung hilft eine Liste aller Einnahmen und Ausgaben, etwa mit der Kassenbuch-Vorlage.

Lospreis wählen

Der Lospreis bestimmt, wie viele Lose Sie für ein bestimmtes Ziel brauchen. Sollen 800 Euro Reinertrag zusammenkommen und kosten die Preise 170 Euro, brauchen Sie 970 Euro Einnahmen: 970 Lose zu 1 Euro oder 485 Lose zu 2 Euro. Doppelter Preis heißt halbe Druckmenge, halbe Schneidearbeit und halb so viel Zeit am Losstand. Dafür muss der Preistisch die zwei Euro rechtfertigen. Ein Preis von 50 Cent lohnt sich fast nur bei Kinderfesten mit sehr kleinen Gewinnen.

Zeitplan: rückwärts vom Festtag

Eine Tombola braucht mehr Vorlauf als der Druck der Lose. Für den Förderverein aus dem Beispiel mit Basar am Samstag, 05.12.2026, sieht ein Zeitplan so aus:

WannWas
bis Mitte OktoberLospreis und Losanzahl festlegen, Spender ansprechen
spätestens 05.11.2026Anzeige bei Glücksspielaufsicht und Finanzamt (in Niedersachsen mindestens einen Monat vorher)
bis Ende NovemberPreise sammeln, Wert jedes Preises notieren, Trostpreise kaufen
eine Woche vorherLose drucken, schneiden, Gewinnliste vorbereiten
FesttagVerkauf, Ziehung, Preisausgabe nach Liste
danachAbrechnung: Einnahmen, Kosten, Reinertrag und Verwendung

Wer in einem anderen Land feiert, setzt dort die Frist seiner Erlaubnis ein. Hamburg verlangt nach der Erlaubnis zusätzlich spätestens sechs Wochen nach der Tombola eine vereinfachte Endabrechnung mit Nachweis, wofür der Reinertrag verwendet wurde. Heben Sie deshalb Belege und die Liste der gespendeten Preise mindestens bis dahin auf.

Erlaubnis und Anzeige: kurz zusammengefasst

Eine Tombola mit Sachpreisen ist rechtlich eine Ausspielung und braucht eine Erlaubnis. Viele Länder haben für kleine Tombolas gemeinnütziger Veranstalter eine allgemeine Erlaubnis erlassen, die unter Bedingungen als erteilt gilt. Grenzen, Prozentsätze und Anzeigefristen unterscheiden sich: Hamburg verlangt eine Anzeige mindestens zwei Wochen vorher, Niedersachsen einen Monat vorher, Berlin erst ab 10.000 Euro Spielkapital. Die Übersicht aller Länder mit Quellen steht auf der Seite Tombola-Lose drucken. Fragen Sie im Zweifel beim Ordnungsamt nach, bevor Sie die Lose drucken. Das ist keine Rechtsberatung.

Unabhängig von der Erlaubnis gilt das Steuerrecht: Die allgemeinen Erlaubnisse von Berlin und Hamburg weisen auf Pflichten nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz gegenüber dem Finanzamt hin.

Typische Planungsfehler

  • Prozent der Lose mit Prozent des Werts verwechselt: 25 % Gewinnlose sind nicht dasselbe wie 25 % Gewinnsumme. Rechnen Sie den Wert der Preise in Euro aus.
  • Preise ohne Wert notiert: Wer den Wert gespendeter Preise nicht festhält, kann die Gewinnsumme später nicht nachweisen.
  • Zu viele gekaufte Preise: Sie drücken den Reinertrag. Rechnen Sie den Mindestverkauf vorher aus.
  • Zu viele Lose gedruckt: Der Reinertrag hängt am tatsächlichen Verkauf.
  • Hauptpreis versteckt: Ein gut sichtbarer Hauptpreis verkauft die Lose.

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Häufige Fragen

Wie teuer sollte ein Tombola-Los sein?

Für Vereins- und Schulfeste bieten sich 1 oder 2 Euro an, weil das Wechselgeld einfach bleibt. Ein höherer Lospreis bringt mit weniger Losen dieselben Einnahmen, setzt aber attraktivere Preise voraus. Entscheidend ist, dass Gewinnsumme und Reinertrag zum Lospreis passen.

Zählen gespendete Preise zur Gewinnsumme?

Die Gewinnsumme ist der Wert der ausgespielten Gewinne, gekauft oder gespendet. Gespendete Preise mindern aber nicht den Reinertrag. Die Hamburger Allgemeine Erlaubnis zählt zu den Kosten ausdrücklich nur „eventuelle Kosten“ für die Preise.

Was mache ich mit nicht verkauften Losen?

Behalten Sie sie am Stück und notieren Sie die Nummern. Bei einer Ziehung nach dem Verkauf ziehen Sie nur unter den verkauften Nummern. Bei Faltlosen mit Gewinn im Los bleiben die Preise der unverkauften Gewinnlose übrig; planen Sie für sie eine Verwendung ein.

Muss die Tombola beim Finanzamt angemeldet werden?

Lotterien unterliegen dem Rennwett- und Lotteriegesetz. Die allgemeinen Erlaubnisse von Berlin und Hamburg weisen auf Anzeige- und Erklärungspflichten beim Finanzamt hin, für kleine Lotterien ist eine Steuerbefreiung nach § 28 RennwLottG möglich. Fragen Sie Ihr Finanzamt, welche Formulare es verlangt.

Dürfen Kinder Tombola-Lose kaufen?

Das regelt die jeweilige Erlaubnis. Die Hamburger Allgemeine Erlaubnis vom 06.05.2025 lässt Minderjährige nur teilnehmen, wenn die Gewinne ausschließlich Waren von geringem Wert sind. Für andere Länder fragen Sie beim Ordnungsamt nach.

Quellen

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