Gerade die Auslosung geht beim Zettelziehen aus dem Hut öfter schief, als man erwartet. Weiter unten steht die Rechnung dazu. Vorher die Regeln, die sich in Familie, Büro und Schule bewährt haben, und die beliebten Varianten mit Würfel.
Die Grundregeln beim Wichteln
- Teilnehmer festlegen. Wer mitmacht, steht vor der Auslosung fest. Nachzügler bringen die ganze Zuordnung durcheinander.
- Budget vereinbaren. Ein Höchstbetrag für alle, zum Beispiel 15 Euro. Wer selbst bastelt, hält sich an den Gegenwert.
- Geheim auslosen. Jede Person zieht genau einen Namen, niemand zieht sich selbst, und niemand verrät, wen er hat.
- Termin für die Bescherung. Datum, Uhrzeit und Ort, etwa die Weihnachtsfeier am 17. Dezember.
- Geschenke verpacken und beschriften. Auf das Paket kommt nur der Name der beschenkten Person, nicht der eigene.
Optional, aber hilfreich: ein Wunschzettel mit ein, zwei Stichworten („etwas für den Garten“, „keine Schokolade“). Das erspart Fehlkäufe und ist bei Kolleginnen und Kollegen, die man privat kaum kennt, fast unverzichtbar.
Budget: wie viel ist angemessen?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Die Tabelle nennt Vorschläge, keine Regel. Wichtiger als die Höhe ist, dass alle denselben Betrag kennen und ihn ernst nehmen. Wer bei 10 Euro mit einem 40-Euro-Geschenk auftaucht, setzt die anderen unter Druck.
| Gruppe | Budget (Vorschlag) | Worauf achten |
|---|---|---|
| Schulklasse | 5 Euro | Eltern informieren, Allergien und Süßigkeiten klären |
| Büro, Team | 10 bis 15 Euro | niemanden zum Mitmachen drängen, neutrale Geschenke |
| Verein, Freundeskreis | 10 bis 20 Euro | Wunschzettel anbieten |
| Familie | 20 bis 30 Euro | Paare und Geschwister bei der Auslosung trennen |
Wichteln im Büro organisieren
Im Büro kennt die Organisatorin selten alle Beteiligten gut. Drei Dinge machen es leichter. Erstens: freiwillig. Eine kurze Abfrage im Teamkanal mit Frist reicht, wer nicht antwortet, ist nicht dabei. Zweitens: Teilzeit und Homeoffice bedenken. Wer am Tag der Feier nicht da ist, kann trotzdem mitmachen, wenn das Geschenk vorher im Büro abgegeben wird. Drittens: neutrale Geschenke. Parfüm, Kleidung in Größen und Alkohol führen eher zu Verlegenheit als ein gutes Buch, Tee oder etwas für den Schreibtisch.
Wenn das Team über mehrere Standorte verteilt ist, lassen sich Namen nicht aus einem Hut ziehen. Dann losen Sie online aus und schicken jeder Person ihren eigenen Link per Messenger oder E-Mail. Mit der Wichtel-Auslosung geht das ohne Anmeldung, und Paare oder enge Kollegen lassen sich ausschließen.
Wichteln in der Schule
In einer Klasse übernimmt meist die Lehrkraft die Auslosung. Bei Kindern hat sich bewährt, die Zettel nicht im Klassenraum zu ziehen, sondern jedem Kind einen gefalteten Zettel mitzugeben, damit niemand beim Nachbarn mitliest. Ein Budget von 5 Euro und ein Brief an die Eltern verhindern, dass einzelne Kinder deutlich größere Geschenke bekommen. Geschwister in derselben Klasse sollten sich nicht gegenseitig ziehen. Kranke Kinder am Tag der Bescherung bekommen ihr Geschenk nachgereicht.
Wichteln mit Würfeln: Regeln
Beim Würfelwichteln wird nicht ausgelost, wer wen beschenkt. Jede Person bringt ein verpacktes Geschenk im vereinbarten Budget mit, alle Pakete liegen in der Mitte. Die Regeln sind nicht genormt, eine verbreitete Fassung geht so:
Runde 1, Pakete verteilen. Reihum wird gewürfelt. Wer eine Sechs würfelt, nimmt sich ein Paket aus der Mitte. Die Runde endet, wenn die Mitte leer ist.
Runde 2, Pakete tauschen. Jemand stellt einen Wecker auf eine Zeit, die nur er kennt, etwa 10 bis 15 Minuten. Nun würfelt man weiter reihum, jede Zahl hat eine Bedeutung:
| Augenzahl | Aktion (Beispiel) |
|---|---|
| 1 | ein Paket nach links weitergeben |
| 2 | ein Paket nach rechts weitergeben |
| 3 | mit einer beliebigen Person tauschen |
| 4 | alle Pakete wandern eine Person weiter |
| 5 | aussetzen |
| 6 | ein Paket von einer beliebigen Person nehmen |
Klingelt der Wecker, behält jeder, was vor ihm liegt, und es wird ausgepackt. In der Variante „ohne Auspacken“ bleiben alle Pakete bis zum Schluss zu. Wer möchte, erlaubt das Auspacken schon in Runde 1; dann wird Runde 2 zum Kampf um die besten Geschenke.
Schrottwichteln funktioniert mit denselben Würfelregeln. Der Unterschied liegt im Inhalt: Jede Person bringt etwas mit, das sie selbst loswerden möchte, vom geschmacklosen Kerzenständer bis zur Kassette ohne Abspielgerät. Ein Budget gibt es nicht, dafür die stille Regel, dass nichts Kaputtes und nichts Verderbliches in die Mitte kommt.
Warum der Hut so oft scheitert: die Rechnung
Klassisch schreibt man alle Namen auf Zettel, wirft sie in einen Hut und lässt reihum ziehen. Zieht jemand den eigenen Namen, wird neu gezogen. Wie oft passiert das?
Ein Beispiel mit sechs Personen. Es gibt 6! = 720 mögliche Arten, sechs Zettel auf sechs Personen zu verteilen. Wie viele davon haben keinen Selbstzug? Die Mathematik nennt solche Verteilungen Derangements, für sechs Personen sind es 265. Rechnen lässt sich das schrittweise mit D(n) = (n − 1) × (D(n − 1) + D(n − 2)), beginnend mit D(1) = 0 und D(2) = 1:
D(3) = 2 × (1 + 0) = 2, D(4) = 3 × (2 + 1) = 9, D(5) = 4 × (9 + 2) = 44, D(6) = 5 × (44 + 9) = 265.
Die Wahrscheinlichkeit, dass niemand sich selbst zieht, ist also 265 ÷ 720 = 36,8 Prozent. In 63,2 Prozent der Fälle zieht mindestens eine Person ihren eigenen Namen, und alle müssen neu ziehen. Im Mittel braucht die Runde 720 ÷ 265 = 2,7 Versuche.
| Personen | Verteilungen ohne Selbstzug | alle Verteilungen | mindestens ein Selbstzug |
|---|---|---|---|
| 4 | 9 | 24 | 62,5 % |
| 5 | 44 | 120 | 63,3 % |
| 6 | 265 | 720 | 63,2 % |
| 8 | 14.833 | 40.320 | 63,2 % |
| 10 | 1.334.961 | 3.628.800 | 63,2 % |
Auffällig: Ab etwa fünf Personen ändert sich der Wert kaum noch. Er nähert sich 1 − 1/e, also rund 63,2 Prozent. Ob 6 oder 60 Leute wichteln, fast zwei von drei Hut-Runden scheitern.
Nachziehen lassen ist keine Lösung
Viele lassen deshalb nur die betroffene Person ihren Zettel zurücklegen und neu ziehen. Das klingt praktisch, hat aber einen Haken: Die letzte Person kann allein mit ihrem eigenen Namen übrig bleiben. Bei sechs Personen passiert das nach unserer Rechnung in 203 von 1.800 Fällen, also in 11,3 Prozent der Runden. Bei vier Personen sind es 13,9 Prozent, bei zehn noch 7,6 Prozent. Dann muss ohnehin neu gezogen werden, und wer seinen Zettel schon gelesen hat, kennt die halbe Zuordnung.
Paare ausschließen
Noch schwieriger wird es mit Ausschlüssen. Sollen Ehepaare oder Geschwister sich nicht gegenseitig ziehen, sinkt die Zahl der erlaubten Verteilungen weiter, und die Hut-Methode braucht noch mehr Anläufe. Zu viele Ausschlüsse machen eine Auslosung sogar unmöglich: Schließen sich bei fünf Personen drei als Familie gegenseitig aus, müssten alle drei eine der zwei übrigen Personen beschenken. Das geht nicht. Ein Online-Werkzeug prüft vorher, ob eine erlaubte Verteilung existiert, und zieht dann in aller Regel gleichmäßig unter allen erlaubten.
Typische Fehler
- Doppelte Vornamen: Zwei „Anna“ im Team führen zu falsch beschrifteten Paketen. Schreiben Sie Nachnamen oder Initialen dazu.
- Auslosung nach dem Verteilen geändert: Kommt jemand dazu, muss neu ausgelost werden, und alle brauchen einen neuen Zettel oder Link.
- Kein Termin für die Bescherung: Ohne Datum liegen manche Geschenke im Januar noch im Schrank.
- Link im Gruppenchat: Wer online auslost, schickt jeder Person ihren eigenen Link einzeln, nie in die Gruppe.
Wer neben dem Wichteln noch eine Tombola für die Weihnachtsfeier plant, findet die Planungsrechnung im Ratgeber Wie viele Lose für eine Tombola? und die Lose selbst bei Tombola-Lose drucken.