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Wichteln: Regeln, Ablauf und Varianten

Beim Wichteln zieht jede Person geheim einen Namen und beschenkt genau diese Person, mit einem vorher vereinbarten Höchstbetrag. Mehr Regeln braucht das klassische Wichteln nicht; wichtig sind ein fester Termin, ein klares Budget und eine Auslosung, bei der niemand sich selbst zieht.

Zum Werkzeug: Wichtel-AuslosungWichteln geheim auslosen, mit Ausschlüssen für Paare und einem eigenen Link je Person, ohne E-Mail.

Gerade die Auslosung geht beim Zettelziehen aus dem Hut öfter schief, als man erwartet. Weiter unten steht die Rechnung dazu. Vorher die Regeln, die sich in Familie, Büro und Schule bewährt haben, und die beliebten Varianten mit Würfel.

Die Grundregeln beim Wichteln

  1. Teilnehmer festlegen. Wer mitmacht, steht vor der Auslosung fest. Nachzügler bringen die ganze Zuordnung durcheinander.
  2. Budget vereinbaren. Ein Höchstbetrag für alle, zum Beispiel 15 Euro. Wer selbst bastelt, hält sich an den Gegenwert.
  3. Geheim auslosen. Jede Person zieht genau einen Namen, niemand zieht sich selbst, und niemand verrät, wen er hat.
  4. Termin für die Bescherung. Datum, Uhrzeit und Ort, etwa die Weihnachtsfeier am 17. Dezember.
  5. Geschenke verpacken und beschriften. Auf das Paket kommt nur der Name der beschenkten Person, nicht der eigene.

Optional, aber hilfreich: ein Wunschzettel mit ein, zwei Stichworten („etwas für den Garten“, „keine Schokolade“). Das erspart Fehlkäufe und ist bei Kolleginnen und Kollegen, die man privat kaum kennt, fast unverzichtbar.

Budget: wie viel ist angemessen?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Die Tabelle nennt Vorschläge, keine Regel. Wichtiger als die Höhe ist, dass alle denselben Betrag kennen und ihn ernst nehmen. Wer bei 10 Euro mit einem 40-Euro-Geschenk auftaucht, setzt die anderen unter Druck.

GruppeBudget (Vorschlag)Worauf achten
Schulklasse5 EuroEltern informieren, Allergien und Süßigkeiten klären
Büro, Team10 bis 15 Euroniemanden zum Mitmachen drängen, neutrale Geschenke
Verein, Freundeskreis10 bis 20 EuroWunschzettel anbieten
Familie20 bis 30 EuroPaare und Geschwister bei der Auslosung trennen

Wichteln im Büro organisieren

Im Büro kennt die Organisatorin selten alle Beteiligten gut. Drei Dinge machen es leichter. Erstens: freiwillig. Eine kurze Abfrage im Teamkanal mit Frist reicht, wer nicht antwortet, ist nicht dabei. Zweitens: Teilzeit und Homeoffice bedenken. Wer am Tag der Feier nicht da ist, kann trotzdem mitmachen, wenn das Geschenk vorher im Büro abgegeben wird. Drittens: neutrale Geschenke. Parfüm, Kleidung in Größen und Alkohol führen eher zu Verlegenheit als ein gutes Buch, Tee oder etwas für den Schreibtisch.

Wenn das Team über mehrere Standorte verteilt ist, lassen sich Namen nicht aus einem Hut ziehen. Dann losen Sie online aus und schicken jeder Person ihren eigenen Link per Messenger oder E-Mail. Mit der Wichtel-Auslosung geht das ohne Anmeldung, und Paare oder enge Kollegen lassen sich ausschließen.

Wichteln in der Schule

In einer Klasse übernimmt meist die Lehrkraft die Auslosung. Bei Kindern hat sich bewährt, die Zettel nicht im Klassenraum zu ziehen, sondern jedem Kind einen gefalteten Zettel mitzugeben, damit niemand beim Nachbarn mitliest. Ein Budget von 5 Euro und ein Brief an die Eltern verhindern, dass einzelne Kinder deutlich größere Geschenke bekommen. Geschwister in derselben Klasse sollten sich nicht gegenseitig ziehen. Kranke Kinder am Tag der Bescherung bekommen ihr Geschenk nachgereicht.

Wichteln mit Würfeln: Regeln

Beim Würfelwichteln wird nicht ausgelost, wer wen beschenkt. Jede Person bringt ein verpacktes Geschenk im vereinbarten Budget mit, alle Pakete liegen in der Mitte. Die Regeln sind nicht genormt, eine verbreitete Fassung geht so:

Runde 1, Pakete verteilen. Reihum wird gewürfelt. Wer eine Sechs würfelt, nimmt sich ein Paket aus der Mitte. Die Runde endet, wenn die Mitte leer ist.

Runde 2, Pakete tauschen. Jemand stellt einen Wecker auf eine Zeit, die nur er kennt, etwa 10 bis 15 Minuten. Nun würfelt man weiter reihum, jede Zahl hat eine Bedeutung:

AugenzahlAktion (Beispiel)
1ein Paket nach links weitergeben
2ein Paket nach rechts weitergeben
3mit einer beliebigen Person tauschen
4alle Pakete wandern eine Person weiter
5aussetzen
6ein Paket von einer beliebigen Person nehmen

Klingelt der Wecker, behält jeder, was vor ihm liegt, und es wird ausgepackt. In der Variante „ohne Auspacken“ bleiben alle Pakete bis zum Schluss zu. Wer möchte, erlaubt das Auspacken schon in Runde 1; dann wird Runde 2 zum Kampf um die besten Geschenke.

Schrottwichteln funktioniert mit denselben Würfelregeln. Der Unterschied liegt im Inhalt: Jede Person bringt etwas mit, das sie selbst loswerden möchte, vom geschmacklosen Kerzenständer bis zur Kassette ohne Abspielgerät. Ein Budget gibt es nicht, dafür die stille Regel, dass nichts Kaputtes und nichts Verderbliches in die Mitte kommt.

Warum der Hut so oft scheitert: die Rechnung

Klassisch schreibt man alle Namen auf Zettel, wirft sie in einen Hut und lässt reihum ziehen. Zieht jemand den eigenen Namen, wird neu gezogen. Wie oft passiert das?

Ein Beispiel mit sechs Personen. Es gibt 6! = 720 mögliche Arten, sechs Zettel auf sechs Personen zu verteilen. Wie viele davon haben keinen Selbstzug? Die Mathematik nennt solche Verteilungen Derangements, für sechs Personen sind es 265. Rechnen lässt sich das schrittweise mit D(n) = (n − 1) × (D(n − 1) + D(n − 2)), beginnend mit D(1) = 0 und D(2) = 1:

D(3) = 2 × (1 + 0) = 2, D(4) = 3 × (2 + 1) = 9, D(5) = 4 × (9 + 2) = 44, D(6) = 5 × (44 + 9) = 265.

Die Wahrscheinlichkeit, dass niemand sich selbst zieht, ist also 265 ÷ 720 = 36,8 Prozent. In 63,2 Prozent der Fälle zieht mindestens eine Person ihren eigenen Namen, und alle müssen neu ziehen. Im Mittel braucht die Runde 720 ÷ 265 = 2,7 Versuche.

PersonenVerteilungen ohne Selbstzugalle Verteilungenmindestens ein Selbstzug
492462,5 %
54412063,3 %
626572063,2 %
814.83340.32063,2 %
101.334.9613.628.80063,2 %

Auffällig: Ab etwa fünf Personen ändert sich der Wert kaum noch. Er nähert sich 1 − 1/e, also rund 63,2 Prozent. Ob 6 oder 60 Leute wichteln, fast zwei von drei Hut-Runden scheitern.

Nachziehen lassen ist keine Lösung

Viele lassen deshalb nur die betroffene Person ihren Zettel zurücklegen und neu ziehen. Das klingt praktisch, hat aber einen Haken: Die letzte Person kann allein mit ihrem eigenen Namen übrig bleiben. Bei sechs Personen passiert das nach unserer Rechnung in 203 von 1.800 Fällen, also in 11,3 Prozent der Runden. Bei vier Personen sind es 13,9 Prozent, bei zehn noch 7,6 Prozent. Dann muss ohnehin neu gezogen werden, und wer seinen Zettel schon gelesen hat, kennt die halbe Zuordnung.

Paare ausschließen

Noch schwieriger wird es mit Ausschlüssen. Sollen Ehepaare oder Geschwister sich nicht gegenseitig ziehen, sinkt die Zahl der erlaubten Verteilungen weiter, und die Hut-Methode braucht noch mehr Anläufe. Zu viele Ausschlüsse machen eine Auslosung sogar unmöglich: Schließen sich bei fünf Personen drei als Familie gegenseitig aus, müssten alle drei eine der zwei übrigen Personen beschenken. Das geht nicht. Ein Online-Werkzeug prüft vorher, ob eine erlaubte Verteilung existiert, und zieht dann in aller Regel gleichmäßig unter allen erlaubten.

Typische Fehler

  • Doppelte Vornamen: Zwei „Anna“ im Team führen zu falsch beschrifteten Paketen. Schreiben Sie Nachnamen oder Initialen dazu.
  • Auslosung nach dem Verteilen geändert: Kommt jemand dazu, muss neu ausgelost werden, und alle brauchen einen neuen Zettel oder Link.
  • Kein Termin für die Bescherung: Ohne Datum liegen manche Geschenke im Januar noch im Schrank.
  • Link im Gruppenchat: Wer online auslost, schickt jeder Person ihren eigenen Link einzeln, nie in die Gruppe.

Wer neben dem Wichteln noch eine Tombola für die Weihnachtsfeier plant, findet die Planungsrechnung im Ratgeber Wie viele Lose für eine Tombola? und die Lose selbst bei Tombola-Lose drucken.

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Häufige Fragen

Wie viel Geld gibt man beim Wichteln aus?

So viel, wie die Gruppe vorher festlegt. Bewährt haben sich etwa 5 Euro in der Schule, 10 bis 15 Euro im Büro und 20 bis 30 Euro in der Familie. Entscheidend ist, dass alle denselben Betrag kennen und niemand deutlich darüber liegt.

Was passiert, wenn jemand seinen eigenen Namen zieht?

Beim Zettelziehen muss dann neu gezogen werden, und zwar von allen. Lässt man nur die betroffene Person nachziehen, kann am Ende die letzte Person allein mit ihrem eigenen Zettel übrig bleiben. Eine Online-Auslosung schließt den Selbstzug von vornherein aus.

Wie funktioniert Wichteln mit Würfeln ohne Auspacken?

Die Geschenke bleiben bis zum Schluss verpackt. In der ersten Runde holt sich bei einer Sechs jeder ein Paket aus der Mitte, in der zweiten Runde werden die Pakete nach Würfelzahl weitergegeben, bis der Wecker klingelt. Erst dann packen alle aus.

Ist Schrottwichteln dasselbe wie Wichteln?

Nein. Beim Schrottwichteln bringt jede Person etwas mit, das sie selbst loswerden will, und die Geschenke werden meist ausgewürfelt statt zugelost. Es geht um den Spaß, nicht darum, jemandem eine Freude zu machen.

Wann sollte man auslosen?

Drei bis vier Wochen vor der Bescherung. Für eine Weihnachtsfeier Mitte Dezember also Ende November. Dann bleibt Zeit für Bestellungen, ohne dass das Geschenk wochenlang im Schrank liegt.

Quellen

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