Eine Skatliste ist schnell geführt, wenn man drei Dinge weiß: wie der Spielwert entsteht, wann doppelt abgeschrieben wird und wie am Ende abgerechnet wird. Die Regeln stehen in der Internationalen Skatordnung (ISkO) des Deutschen Skatverbands. Für Turniere gilt zusätzlich die Skatwettspielordnung (SkWO), die im selben Heft steht.
Was auf die Skatliste gehört
Die SkWO verlangt in 6.2.2, dass jedes Spiel sofort nach dem Ende eingetragen wird, mit Grundwert, Spitzen und Gewinnstufen oder dem festen Wert eines Nullspiels, als Gewinn oder Verlust für den Alleinspieler. Nach 6.2.3 wird jeder Wert zum letzten Stand addiert oder davon abgezogen, damit der aktuelle Stand immer sichtbar ist. Daraus ergibt sich eine Liste mit diesen Spalten:
- laufende Nummer des Spiels,
- je Spieler eine Spalte mit dem laufenden Stand,
- eine Spalte für das Spiel, etwa „Kr m1 E“ für Kreuz mit 1, einfach,
- unten der Serienabschluss mit Spielpunkten, gewonnenen und verlorenen Spielen.
Am Dreiertisch hat die Liste drei Spielerspalten. Am Vierertisch sind es vier, aber der Geber setzt in jedem Spiel aus und kann nicht Alleinspieler sein. Die Gegenspieler bekommen in der Spielliste nichts eingetragen. Ihre Punkte entstehen erst in der Turnierwertung, dazu unten mehr.
Skat-Punkte berechnen: Grundwert, Spitzen, Stufen
Jedes Farb- und Grandspiel hat einen festen Grundwert (ISkO 2.4.1). Nullspiele haben feste Spielwerte (2.4.2):
| Spiel | Grundwert oder fester Wert |
|---|---|
| Karo | 9 |
| Herz | 10 |
| Pik | 11 |
| Kreuz | 12 |
| Grand | 24 |
| Null / Null Hand | 23 / 35 |
| Null ouvert / Null ouvert Hand | 46 / 59 |
Spitzen sind die Trümpfe in ununterbrochener Folge vom Kreuz-Buben an (2.3.1). Hat der Alleinspieler den Kreuz-Buben, einschließlich der zwei Karten im Skat, zählen seine vorhandenen Spitzen: „mit 2“. Fehlt er ihm, zählen die fehlenden: „ohne 2“. Beides ist gleich viel wert (2.3.4).
Dazu kommen die Gewinnstufen (2.5.1): das Spiel selbst zählt 1, Hand 1, Schneider 1, Schneider angesagt 1, Schwarz 1, Schwarz angesagt 1 und offen 1. Höhere Stufen schließen die niedrigeren ein. Ein offenes Handspiel zählt deshalb 7 Stufen, denn es gilt als Schwarz angesagt: Kreuz ouvert mit 2 ergibt (2 + 7) × 12 = 108 (2.5.8). Die Summe aus Spitzen und Stufen wird mit dem Grundwert malgenommen (2.5.3). Kreuz mit 2, einfach gewonnen: (2 + 1) × 12 = 36. Grand ohne 2 mit Schneider: (2 + 1 + 1) × 24 = 96.
Verlorene Spiele und überreizte Spiele
Jedes verlorene Spiel wird mit doppelter Punktzahl abgeschrieben (2.5.11). Der Alleinspieler verliert ein einfaches Spiel, wenn er nicht mindestens 61 Augen einschließlich des Skats erreicht (2.5.4). Ein verlorener Herz ohne 1 hat den Wert (1 + 1) × 10 = 20 und steht mit minus 40 in der Liste.
Schwieriger ist das überreizte Spiel. Hat der Alleinspieler höher gereizt, als sein Spiel am Ende wert ist, ist es verloren, auch mit mehr als 60 Augen. Abgeschrieben wird das kleinste Vielfache des Grundwerts, das den Reizwert erreicht (3.6.1, 3.6.3), und zwar doppelt. Ein Beispiel: Gereizt bis 24, gespielt wird Karo mit 1, das nur (1 + 1) × 9 = 18 wert ist. Das kleinste Vielfache von 9, das 24 erreicht, ist 27. In die Liste kommen minus 54.
Beispiel: eine Liste mit sechs Spielen
Anna, Bernd und Carla spielen am Dreiertisch. So sieht die Liste nach sechs Spielen aus:
| Nr. | Spiel | Rechnung | Anna | Bernd | Carla |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anna: Kreuz mit 1, gewonnen | (1 + 1) × 12 = 24 | 24 | ||
| 2 | Bernd: Grand ohne 2, Schneider, gewonnen | (2 + 1 + 1) × 24 = 96 | 96 | ||
| 3 | Carla: Herz ohne 1, verloren | (1 + 1) × 10 × 2 = 40 | −40 | ||
| 4 | Anna: Null, gewonnen | fest 23 | 47 | ||
| 5 | Bernd: Pik mit 2, Hand, gewonnen | (2 + 1 + 1) × 11 = 44 | 140 | ||
| 6 | Carla: bis 24 gereizt, Karo mit 1, überreizt | 27 × 2 = 54 | −94 |
Der Endstand der Spielliste lautet Anna +47, Bernd +140, Carla −94. Bei einem privaten Skatabend ist das die Grundlage für die Abrechnung. Im Turnier geht es mit der Wertung weiter.
Seeger-Fabian: Punkte im Turnier
Im Turnier zählt nach SkWO 6.3.1 nicht nur die Höhe der Spiele. Der Alleinspieler bekommt für jedes gewonnene Spiel 50 Wertungspunkte dazu und für jedes verlorene 50 abgezogen. Jeder andere am Tisch erhält für jedes verlorene Spiel eines Alleinspielers 40 Punkte am Dreiertisch und 30 am Vierertisch. Unter Spielern heißt das Seeger-Fabian-Wertung. Die Formel aus der Ordnung lautet: Spielpunkte + (gewonnene − verlorene Spiele) × 50 + verlorene Spiele der anderen × 40 (oder 30).
Für das Beispiel oben:
| Spieler | Spielpunkte | gew. − verl. × 50 | Verluste der anderen × 40 | Wertung |
|---|---|---|---|---|
| Anna | 47 | (2 − 0) × 50 = 100 | 2 × 40 = 80 | 227 |
| Bernd | 140 | (2 − 0) × 50 = 100 | 2 × 40 = 80 | 320 |
| Carla | −94 | (0 − 2) × 50 = −100 | 0 | −194 |
Die 50 Punkte gibt es für jedes gewonnene Spiel, egal wie hoch. Ein Karo mit 1, einfach gewonnen (18), bringt in der Wertung 68 Punkte, ein Grand Hand mit 1 (72) bringt 122. In Spielpunkten ist der Grand viermal so viel wert, in der Wertung nicht einmal doppelt. Das ist gewollt: Viele gewonnene kleine Spiele sollen zählen, nicht nur ein paar große (SkWO 6.3.2). Bei gleicher Wertung gewinnt nach der Ordnung, wer mehr Spiele gewonnen hat, dann wer weniger verloren hat, zuletzt entscheidet das Los. Die Ordnung rechnet selbst ein Beispiel vor: 437 Spielpunkte, 12 gewonnene und 3 verlorene Spiele, die anderen am Vierertisch haben zusammen 6 verloren. Das ergibt 437 + 9 × 50 + 6 × 30 = 1.067.
Abrechnen in Cent: das Endzahlsummenverfahren
Wer privat um kleine Beträge spielt, rechnet am Ende die Endzahlen gegeneinander auf. Das Heft des Skatverbands beschreibt dafür das Endzahlsummenverfahren. Es geht so: Jede Endzahl mit der Zahl der Mitspieler malnehmen, dann die Summe aller Endzahlen abziehen. Heraus kommt der Gewinn oder Verlust in Cent bei 1 Cent je Punkt.
Im Beispiel ist die Summe der Endzahlen 47 + 140 − 94 = 93. Anna: 3 × 47 − 93 = 48. Bernd: 3 × 140 − 93 = 327. Carla: 3 × (−94) − 93 = −375. Anna bekommt also 0,48 Euro, Bernd 3,27 Euro, und Carla zahlt 3,75 Euro. Die Probe: 48 + 327 − 375 = 0. Wer lieber jeden gegen jeden aufrechnet, kommt auf dasselbe: Anna gegen Bernd −93, Anna gegen Carla +141, Bernd gegen Carla +234.
Skatliste für drei oder vier Spieler
Am Vierertisch ändert sich zweierlei. Der Geber spielt das Spiel nicht mit, bekommt in der Turnierwertung aber trotzdem die 30 Punkte, wenn der Alleinspieler verliert. Und beim Endzahlsummenverfahren wird mit 4 statt mit 3 malgenommen. Wie viele Spiele eine Serie hat, legt beim Turnier die Ausschreibung fest. Die Skatwettspielordnung nennt dafür keine Zahl.
Wer die Liste nicht von Hand führen will, nimmt die Skatliste: Sie rechnet Spielwert und Wertung mit, erkennt überreizte Spiele und druckt auch einen leeren Vordruck für den Dreier- oder Vierertisch. Für einen Preisskat mit mehreren Tischen lost sie die Tische je Serie aus.
Typische Fehler beim Aufschreiben
- Verlorenes Spiel nur einfach abgezogen: Der häufigste Fehler. Minus gilt immer doppelt.
- Hand vergessen: Ein Handspiel hat eine Stufe mehr. Pik mit 2 Hand ist 44 wert, ohne Hand nur 33.
- Überreizt falsch berechnet: Nicht der Reizwert wird abgeschrieben, sondern das nächste Vielfache des Grundwerts, das ihn erreicht. Bei Karo und gereizten 24 also 27, nicht 24.
- Stand nicht fortgeschrieben: Wer nur Einzelwerte notiert, findet Fehler erst am Ende. Die SkWO verlangt den laufenden Stand.
- Nachträglich überschrieben: Korrekturen sind nach SkWO 6.2.4 nur mit Einverständnis aller und bis zum Ende der Serie erlaubt. Unser Rat, den die Ordnung so nicht vorschreibt: Streichen Sie die Zeile sichtbar durch, statt zu radieren.
Grenzen
Ramsch und Bockrunden stehen nicht in der Skatordnung. Wer sie am Küchentisch spielt, braucht eigene Absprachen, wie sie in die Liste kommen. Strafen und Regelverstöße während des Spiels entscheidet im Turnier die Spielleitung, nicht die Liste. Für einen Doppelkopfabend gelten andere Regeln, die stehen im Ratgeber Doppelkopf: Punkte zählen. Wer ein Vereinsturnier über mehrere Abende plant, findet die Planung der Spieltage im Turnierplan.