20.000 € Freibetrag, Steuerklasse II
Brüder und Schwestern stehen sich steuerlich deutlich schlechter als Eltern und Kinder. Sie haben nur 20.000 € Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 5 ErbStG) und die Sätze der Steuerklasse II. Das gilt bei der Schenkung wie beim Erbe. Beim Erbe zieht das Finanzamt zusätzlich 15.000 € Pauschale ab und Hausrat bis 12.000 €.
Tabelle: Steuer unter Geschwistern
Schenkung ohne frühere Schenkungen, Erbschaft ohne Pauschale. Beide Spalten sind deshalb gleich; im Rechner oben ist die Pauschale beim Erbe eingeschaltet.
| Wert | Schenkungsteuer | Erbschaftsteuer |
|---|---|---|
| 20.000,00 € | 0,00 € | 0,00 € |
| 50.000,00 € | 4.500,00 € (15 %) | 4.500,00 € (15 %) |
| 95.000,00 € | 11.250,00 € (15 %) | 11.250,00 € (15 %) |
| 100.000,00 € | 13.750,00 € (20 %, mit Härteausgleich) | 13.750,00 € (20 %, mit Härteausgleich) |
| 150.000,00 € | 26.000,00 € (20 %) | 26.000,00 € (20 %) |
| 320.000,00 € | 60.000,00 € (20 %) | 60.000,00 € (20 %) |
| 500.000,00 € | 120.000,00 € (25 %) | 120.000,00 € (25 %) |
Geld ohne Hausrat, ohne frühere Schenkungen; Erbschaft ohne Pauschale. Gerechnet mit dem Rechner oben (§§ 16, 19 ErbStG, Stand 09.10.2026).
Härteausgleich knapp über 75.000 €
Ab 75.000 € steuerpflichtigem Erwerb springt der Satz von 15 % auf 20 %. Ohne Ausgleich kosteten 80.000 € dann 16.000 € statt 11.250 € für 75.000 €. Der Härteausgleich nach § 19 Abs. 3 begrenzt die Mehrsteuer auf die Hälfte des Betrags über der Grenze: 11.250 € + 2.500 € = 13.750 €. Er wirkt in Klasse II bis 87.400 € steuerpflichtig. Ein Erwerb von 100.000 € unter Geschwistern kostet deshalb 13.750 €.
Was Geschwister tun können
Der Freibetrag gilt je Paar aus Schenker und Empfänger und erneuert sich nach zehn Jahren. Wer früh beginnt, kann mehrfach 20.000 € steuerfrei übertragen. Nichten und Neffen haben dieselbe Klasse und denselben Freibetrag, siehe Freibetrag Neffe und Nichte.
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