Nach einem Urlaub liegen die Bilder von drei Geräten in einem Ordner: IMG_4711.HEIC vom iPhone, 20260714_153208.jpg vom Samsung-Handy, DSC00012.JPG von der Kamera. Sortiert nach Namen stehen erst alle Kamerafotos, dann alle Samsung-Bilder, dann die vom iPhone. Erst wenn jeder Name mit dem Aufnahmezeitpunkt beginnt, ergibt das alphabetische Sortieren die zeitliche Reihenfolge. Und das in jedem Programm, auf jedem Stick, in jeder Cloud.
Woher das Aufnahmedatum kommt
Kameras und Handys schreiben beim Auslösen einen Zeitstempel in die EXIF-Daten, das Feld heißt DateTimeOriginal. Es steht im Dateikopf und ändert sich beim Kopieren nicht. Das Datum, das Windows und macOS in der Spalte „Geändert“ zeigen, ist dagegen das Dateidatum. Es ändert sich, wenn Sie eine Datei auf einen Stick kopieren, aus der Cloud laden oder per Messenger empfangen. Wer nach diesem Datum umbenennt, bekommt oft lauter Bilder vom selben Tag, nämlich dem Tag des Kopierens.
Eine Falle: DateTimeOriginal enthält keine Zeitzone. Seit Exif 2.31 gibt es dafür das Zusatzfeld OffsetTimeOriginal, das aktuelle Handys füllen, ältere Kameras nicht. Für Fotos ist das meist egal, denn sie tragen die Ortszeit der Kamera. Bei Videos ist es anders, dazu weiter unten.
Die Wege im Vergleich
| Weg | System | Liest EXIF-Datum | Videos | Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| Explorer, F2 | Windows | nein | nein | gering, aber nur Nummern |
| Finder, „Umbenennen“ | Mac | nein (aktuelles Datum) | nein | gering |
| PowerRename (PowerToys) | Windows | ja, über EXIF-Platzhalter | nein, Platzhalter nur für Fotos | Installation, Muster eintippen |
| ExifTool | Windows, Mac, Linux | ja | ja | Kommandozeile |
| Fotos nach Datum umbenennen | jeder Browser | ja | ja (MOV, MP4) | ziehen und ablegen, ohne Upload |
Windows mit PowerRename
PowerRename gehört zu den kostenlosen Microsoft PowerToys. Nach der Installation steht im Kontextmenü „Umbenennen mit PowerRename“. Laut Microsoft-Dokumentation kennt es eigene Platzhalter für Fotometadaten, darunter $DATE_TAKEN_YYYY, $DATE_TAKEN_MM, $DATE_TAKEN_DD, $DATE_TAKEN_HH, $DATE_TAKEN_mm und $DATE_TAKEN_SS. Ein Muster wie $DATE_TAKEN_YYYY-$DATE_TAKEN_MM-$DATE_TAKEN_DD_$DATE_TAKEN_HH-$DATE_TAKEN_mm-$DATE_TAKEN_SS im Feld „Ersetzen durch“, dazu „Suchen nach“ .* mit regulären Ausdrücken und „Gilt nur für: Dateiname“, ergibt Namen nach Aufnahmezeit. Die Platzhalter stehen laut Microsoft erst bereit, wenn Sie im Kombinationsfeld die Option für EXIF/XMP-Metadaten ausgewählt haben. Achtung: Die einfachen Platzhalter $YYYY, $MM und so weiter nutzen das Erstelldatum der Datei, nicht das Aufnahmedatum. Die Vorschau zeigt vor dem Umbenennen jeden neuen Namen, und Strg+Z im Explorer macht den Vorgang rückgängig.
Mac, Windows und Linux mit ExifTool
ExifTool von Phil Harvey ist das Standardwerkzeug für Metadaten. Im Terminal benennt dieser Befehl alle Fotos eines Ordners um:
exiftool -d '%Y-%m-%d_%H-%M-%S%%-c.%%e' '-FileName<DateTimeOriginal' Urlaub
Das %%-c hängt bei gleichen Sekunden eine Zählung an, %%e behält die Endung. Für Videos ersetzen Sie DateTimeOriginal durch CreateDate und ergänzen -api QuickTimeUTC, damit ExifTool die UTC-Zeit in Ortszeit umrechnet. ExifTool ist mächtig und genau, aber ein Tippfehler im Befehl benennt ebenso gründlich falsch um. Probieren Sie es zuerst an einer Kopie.
Im Browser
Fotos nach Datum umbenennen liest JPEG, HEIC, PNG, WebP, TIFF und DNG sowie MOV- und MP4-Videos. Sie sehen vor dem Herunterladen jeden alten und neuen Namen und woher das Datum stammt. Die Fotos werden nicht hochgeladen. Das Ergebnis kommt als ZIP mit unveränderten Dateien und einer CSV-Liste aller Umbenennungen.
Beispiel: drei Geräte, eine Stunde Versatz
Ein Urlaub auf Kreta im Juli. Das iPhone hat 412 Fotos gemacht, das Samsung-Handy 230, die Systemkamera 180. Beide Handys haben sich automatisch auf die griechische Zeit gestellt, die eine Stunde vor der deutschen liegt. Die Kamera läuft weiter auf deutscher Zeit. Nach dem Umbenennen landet das Kamerafoto vom Sonnenuntergang um 20:41 Uhr Ortszeit als 2026-07-14_19-41-.. eine Stunde zu früh, mitten zwischen den Handyfotos vom Abendessen.
Die Lösung ist eine Korrektur je Kamera. Im Browser-Werkzeug listet die Vorschau jede erkannte Kamera einzeln auf. Bei der Kamera tragen Sie 60 Minuten ein, und alle 180 Fotos rücken an die richtige Stelle. Den Versatz finden Sie am leichtesten über ein Motiv, das Sie mit zwei Geräten fotografiert haben. Bei ExifTool erledigt das der Befehl -AllDates+=1 vor dem Umbenennen, der allerdings die Dateien selbst ändert.
Videos: warum die Uhrzeit oft zwei Stunden daneben liegt
MP4- und MOV-Dateien speichern ihre Erstellzeit im Feld mvhd. Die Norm ISO/IEC 14496-12 legt dafür UTC fest. Im deutschen Sommer liegt UTC zwei Stunden hinter der Uhr, im Winter eine. Ein Programm, das diesen Wert ungeprüft in den Namen schreibt, macht aus einem Video von 15:32 Uhr eines von 13:32 Uhr. Das Video landet dann zwischen den falschen Fotos.
iPhones schreiben zusätzlich das Feld com.apple.quicktime.creationdate mit Ortszeit und Zeitzone. Ist es vorhanden, ist es die beste Quelle. Unser Werkzeug nimmt es bevorzugt und rechnet sonst die UTC-Zeit in die Zeitzone Ihres Browsers um.
Fotos vom Handy auf den Rechner holen, ohne das Datum zu verlieren
Damit das Umbenennen klappt, müssen die EXIF-Daten auf dem Rechner ankommen. Das ist nicht bei jedem Übertragungsweg selbstverständlich.
iPhone per Kabel an Windows: Das iPhone erscheint im Explorer als Gerät, die Fotos liegen im Ordner DCIM. In den iPhone-Einstellungen unter „Apps“ und „Fotos“ steht ganz unten „Auf Mac oder PC übertragen“. Bei „Automatisch“ wandelt das iPhone HEIC-Fotos beim Kopieren oft in JPEG um, bei „Originale behalten“ kommen die HEIC-Dateien unverändert an. Das Aufnahmedatum bleibt in beiden Fällen erhalten.
iPhone an den Mac: Die App „Fotos“ importiert die Bilder in ihre Mediathek. Für einen Ordner mit einzelnen Dateien nutzen Sie dort „Ablage“, „Exportieren“, „Unbearbeitetes Original exportieren“; dann bleiben die Originaldateien samt Metadaten erhalten.
Android per Kabel: Nach dem Anschließen am Handy „Dateiübertragung“ wählen. Die Kamerafotos liegen meist unter DCIM/Camera.
Messenger und soziale Netzwerke: Wer Fotos über WhatsApp oder ähnliche Dienste schickt, verliert unterwegs meist das Aufnahmedatum und einen Teil der Auflösung. Für eine Sammlung, die später nach Datum sortiert werden soll, sind Kabel, Cloud-Freigabe im Original oder ein USB-Stick die besseren Wege.
Welches Namensmuster sich bewährt
- Jahr zuerst:
2026-07-14sortiert richtig,14.07.2026nicht. Bei Tag-Monat-Jahr steht der 1. Februar vor dem 2. Januar. - Uhrzeit mit Bindestrich: Doppelpunkte sind unter Windows in Dateinamen verboten.
15-32-08geht überall. - Kein Leerzeichen: Unterstriche und Bindestriche machen keine Probleme in Webseiten, Skripten und alten Programmen.
- Ortsname vorn, wenn nötig:
Kreta_2026-07-14_15-32-08.jpghilft, wenn Bilder mehrerer Reisen in einem Ordner liegen.
Typische Fehler
- Umbenennen nach Dateidatum: Nach dem Kopieren auf einen neuen Rechner tragen alle Fotos dasselbe Datum. Prüfen Sie in der Vorschau, ob wirklich das EXIF-Datum genutzt wird.
- Originale sofort löschen: Behalten Sie die alten Dateien, bis die neuen vollständig und richtig sortiert sind.
- Bildschirmfotos und Messenger-Bilder: Sie haben oft kein Aufnahmedatum. Legen Sie fest, ob sie ihren Namen behalten oder das Dateidatum bekommen.
- Neu speichern statt umbenennen: Manche Bildprogramme exportieren beim Umbenennen eine neue JPEG-Datei. Das kostet Qualität und kann die EXIF-Daten löschen.
Wie es weitergeht
Sauber benannte Fotos sind eine gute Grundlage für einen Kalender: Im Ratgeber Fotokalender selbst gestalten geht es um Auswahl, Auflösung und Druck, umsetzen lässt er sich mit Fotokalender 2027 erstellen. Wollen Sie die Bilder an Familie oder Freunde schicken, ohne dass Fremde mitlesen, packen Sie sie mit ZIP mit Passwort erstellen. Wie Sie das Passwort sicher übergeben, steht im Ratgeber ZIP-Datei mit Passwort schützen.