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ZIP mit Passwort erstellen

Packt Dateien und Ordner in ein ZIP mit Passwort (AES-256 nach WinZip AE-2), direkt im Browser ohne Upload, mit Passwort-Vorschlag und Hinweis, mit welchem Programm der Empfänger die Datei öffnen kann.

Von Marvin Mörsberger Zuletzt geprüft: 08.10.2026 Grundlage: WinZip: AES Encryption Information (Spezifikation AE-1/AE-2) Läuft in Ihrem Browser, ohne Upload

1. Dateien auswählen

Dateien oder ganze Ordner ablegen. Alles bleibt auf Ihrem Gerät.

Dateien oder Ordner hierher ziehenoder antippen, um Dateien zu wählen

2. Passwort und Verschlüsselung

Verschlüsselung

AES-256 ist sicher. Der Windows-Explorer kann solche ZIPs aber nicht öffnen; der Empfänger braucht zum Beispiel das kostenlose 7-Zip.

ZIP mit Passwort in drei Schritten

Ziehen Sie die Dateien oder einen ganzen Ordner auf die Ablage. Am Handy tippen Sie auf die Fläche und wählen die Dateien aus. Danach geben Sie ein Passwort ein oder lassen sich mit „Vorschlag“ eines aus fünf Wörtern und einer Zahl erzeugen, etwa Tisch-Lampe-Regen-Kiwi-Mond-47. Ein Klick auf „ZIP mit Passwort erstellen“ packt alles, und der Download startet von selbst.

Die Dateien verlassen Ihr Gerät dabei nicht. Verschlüsselung und Packen laufen im Browser. Darunter steht ein fertiger Text für den Empfänger, der erklärt, womit er die Datei öffnet. Das Passwort steht bewusst nicht darin.

Welche Verschlüsselung: AES-256 oder ZipCrypto

Das ZIP-Format kennt zwei verbreitete Verfahren. Die alte „Traditional PKWARE Encryption“, meist ZipCrypto genannt, stammt aus den frühen 1990ern. Eli Biham und Paul Kocher haben 1994 gezeigt, dass sich das ganze Archiv entschlüsseln lässt, sobald ein Angreifer ein kleines Stück Klartext kennt. Rund zwölf bekannte Byte genügen, und die zu kennen ist oft leicht: Ungepackt abgelegte Dateien beginnen mit bekannten Kopfdaten (PDF mit „%PDF-1.“), und auch bei gepackten Einträgen genügt es, wenn eine der Dateien öffentlich bekannt ist oder der Packanfang vorhersagbar bleibt. Programme für diesen Angriff, etwa bkcrack, sind frei im Netz.

AES-256 nach der WinZip-Spezifikation AE-2 ist das heutige Verfahren. Aus dem Passwort entsteht mit PBKDF2-HMAC-SHA1 ein 256-Bit-Schlüssel, jeder Eintrag bekommt ein eigenes Salz, und ein Prüfcode (HMAC-SHA1) erkennt jede Veränderung. Dieses Werkzeug nutzt AES-256 als Standard. ZipCrypto bietet es nur an, wenn der Empfänger wirklich nichts installieren kann, und dann mit Warnung.

Eine Grenze hat auch AES: Die Dateinamen, Größen und Zeitstempel stehen unverschlüsselt im Inhaltsverzeichnis. Wer „Kündigung Müller.pdf“ verschickt, verrät den Namen schon ohne Passwort. Dagegen hilft die Option „Dateinamen verbergen“. Sie packt alles zuerst in ein inneres inhalt.zip und verschlüsselt nur dieses. Der Empfänger entpackt dann zweimal.

Womit der Empfänger die Datei öffnet

Die Tabelle nennt nur, was belegt ist: durch Herstellerangaben oder eigene Tests mit Dateien aus diesem Werkzeug am 08.10.2026.

ProgrammAES-256ZipCryptoBeleg
Windows-Explorer (Windows 10 und 11)öffnet nichtöffnet mit PasswortabfrageMicrosoft Support (AES), winhelponline (ZipCrypto)
7-Zip (Windows, kostenlos)öffnetöffnet7-zip.org, eigener Test: „Everything is Ok“, Methode „AES-256 Deflate“
macOS-Archivprogramm (Doppelklick)öffnet nichtfragt nach dem Passworteigener Test mit ditto auf macOS 26.3, das dieselbe Entpack-Funktion nutzt: „Unknown compression type“ bei AES
macOS-Terminal: tar -xföffnetöffneteigener Test (libarchive fragt nach dem Passwort)
macOS-Terminal: unzipöffnet nichtöffneteigener Test: „need PK compat. v5.1“
The Unarchiver (Mac, kostenlos)öffnetöffnetQuelltext XADMaster (WinZip-AES-Modul)
iPhone (Dateien-App), Android (Files by Google)nicht geprüftwir ergänzen das nach einem Test mit echten Geräten

Für Windows-Empfänger heißt das: 7-Zip von 7-zip.org installieren, Rechtsklick auf die Datei, „7-Zip“ und „Dateien entpacken“ wählen, Passwort eingeben. Microsoft schreibt selbst, dass Windows 11 keine Vorgänge mit verschlüsselten Archiven unterstützt, und verweist auf 7-Zip oder WinRAR. Der Text für den Empfänger unter dem Ergebnis enthält diese Schritte schon.

Ein sicheres Passwort, das man diktieren kann

Weil die WinZip-Spezifikation nur 1.000 Runden PBKDF2 vorschreibt, kann ein Angreifer viele Passwörter pro Sekunde durchprobieren. Ein kurzes Passwort wie „Sommer2026!“ hält deshalb nicht lange. Länge schlägt Sonderzeichen. Das BSI empfiehlt entweder lange Passwörter aus mehreren Wörtern oder kürzere, dafür sehr gemischte.

Der Vorschlag hier zieht fünf Wörter aus einer Liste von gut 1.000 deutschen Hauptwörtern ohne Umlaute und hängt eine zweistellige Zahl an. Gezogen wird mit dem Zufallsgenerator des Browsers (crypto.getRandomValues), ohne Verzerrung. Das ergibt rund 57 Bit: Ein Angreifer müsste im Mittel etwa 70 Billiarden Kombinationen probieren, auch wenn er die Wortliste kennt. Am Telefon lässt sich so ein Passwort trotzdem in zehn Sekunden durchsagen. Die Stärkeanzeige für eigene Passwörter ist eine grobe Schätzung. Sie erkennt häufige Passwörter, Wiederholungen und Tastaturreihen, aber keine persönlichen Angaben wie Ihren Geburtstag.

Passwort richtig übermitteln

Der häufigste Fehler ist das Passwort in derselben E-Mail wie das ZIP. Wer die Mail abfängt oder das Postfach übernimmt, hat dann beides. Schicken Sie das ZIP per E-Mail oder Cloud-Link und sagen Sie das Passwort am Telefon durch, oder senden Sie es per SMS oder Messenger. Bei regelmäßigem Austausch mit derselben Person können Sie ein Passwort einmal persönlich vereinbaren.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Steuerberaterin bekommt jedes Jahr Belege als ZIP. Sie hat Windows und keine Rechte, Programme zu installieren. Hier wäre ZipCrypto die einzige Wahl, mit der sie die Datei öffnen kann. Für Lohnabrechnungen und Kontoauszüge ist das zu schwach. Besser ist es, mit ihr einen anderen Weg zu klären, etwa ein Mandantenportal, oder sie bittet ihre IT um 7-Zip.

Einzelne PDFs lassen sich auch direkt schützen, ohne ZIP: mit PDF mit Passwort versehen. Vor dem Verschicken lohnt es sich oft, versteckte Angaben zu entfernen, bei PDFs mit PDF-Metadaten entfernen und bei Fotos mit EXIF-Daten entfernen. Wer nur Teile eines Dokuments zeigen will, schwärzt sie vorher mit PDF schwärzen.

Grenzen

Das Werkzeug hält alles im Arbeitsspeicher des Browsers. Am Computer gehen so mehrere Gigabyte, am Handy hängt es vom Gerät ab. Ab 4 GB schreibt es ZIP64-Einträge; sehr alte Entpackprogramme kennen dieses Format nicht. Leere Ordner werden nicht mitgepackt. Ein vergessenes Passwort kann niemand wiederherstellen, auch wir nicht.

Häufige Fragen

Kann Windows ZIP-Dateien mit Passwort öffnen?

Nur mit der alten ZipCrypto-Verschlüsselung. Mit AES-256 verschlüsselte ZIPs entpackt der Windows-Explorer nicht; Microsoft empfiehlt dafür Programme wie 7-Zip oder WinRAR.

Ist ein ZIP-Passwort sicher?

Mit AES-256 und einem langen Passwort ja. Die Stärke hängt dann vor allem am Passwort, weil die ZIP-Norm nur 1.000 Runden zur Schlüsselableitung vorsieht. ZipCrypto gilt dagegen seit 1994 als gebrochen.

Wie schütze ich einen Ordner mit Passwort?

Ziehen Sie den Ordner auf die Ablage oder wählen Sie ihn über „Ordner auswählen“. Die Unterordner bleiben im ZIP erhalten, und alle Dateien werden mit demselben Passwort verschlüsselt.

Werden meine Dateien hochgeladen?

Nein. Das ZIP entsteht vollständig in Ihrem Browser. Die Seite sendet weder Dateien noch Passwort an einen Server.

Wie groß darf das ZIP werden?

Ab 4 GB schreibt das Werkzeug automatisch ZIP64. Die Grenze setzt der Arbeitsspeicher Ihres Browsers; mehrere Gigabyte gehen am Computer meist, am Handy eher einige hundert Megabyte.

Quellen

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